Demo gegen Hetze in Hanau

Die Demonstration führte von der Innenstadt zu zwei Tatorten.
Keystone-SDA Die Demonstration führte von der Innenstadt zu zwei Tatorten.

Rund 3000 Menschen haben laut Polizei in Hanau/D gegen Hetze und Menschenverachtung demonstriert. Sie trugen Plakate mit Aufschriften wie etwa «Menschenrechte statt rechte Menschen».

Grund für die Demonstration war die Gewalttat vom Mittwoch, bei der ein Mann neun Menschen mit ausländischen Wurzeln erschossen hatte. Zudem tötete er seine Mutter und sich selbst. Nach bisherigen Erkenntnissen hatte er eine rassistische Gesinnung und war psychisch krank.

Der Grünen-Politiker Cem Özdemir legte am Samstag in Hanau einen Kranz für die Opfer des Anschlags nieder. Er hoffe, dass dieses Jahr in die Geschichte eingehe als «das Jahr, in dem die Republik ernst mache gegen Rechtsradikalismus.»

2 Tote durch Corona-Virus

Warnschild in einer Ortschaft in der Lombardei.
Reuters Warnschild in einer Ortschaft in der Lombardei.

In Italien sind zwei Menschen durch das Corona-Virus gestorben. Ein 78-Jähriger erlag dem Virus in einem Spital in Padua, wie Italiens Gesundheitsminister bestätigte. Auch eine Frau in der Lombardei sei der Infektion erlegen.

Ausserdem sind neue Fälle von Infektionen in der Region Venetien und in der Lombardei gemeldet worden, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtet. In Venetien und in der Lombardei seien rund 50 Personen mit dem Coronavirus infiziert. Dazu zählten auch mehrere Ärzte und Krankenpfleger.

Italiens Regierungschef Giuseppe Conte hat erklärt, mehr als 200 Personen, die mit Infizierten in Kontakt gekommen sind, befänden sich in Quarantäne.

Rebellenchef Machar tritt Regierung bei

Nach jahrelangem Bürgerkrieg ist der Rebellenchef Riek Machar in die Regierung des Südsudan eingetreten. Machar wurde am Samstag vor Vertretern der Nachbarstaaten als neuer Vizepräsident des Landes vereidigt.

Danach reichte Machar seinem Rivalen Präsident Salva Kiir die Hand. Beide Seiten hatten sich 2018 in einem Friedensabkommen auf die Bildung einer Einheitsregierung geeinigt.

Der Südsudan hatte im Sommer 2011 seine Unabhängigkeit vom Sudan erklärt. Im Dezember 2013 begannen bewaffnete Auseinandersetzungen zwischen den Anhängern der Rivalen. Seitdem wurden mehr als 380.000 Menschen getötet, Millionen Menschen flüchteten.

Über 10'000 zivile Opfer

Bei Kämpfen und Anschlägen sind in Afghanistan vergangenes Jahr mehr als 3400 Zivilisten getötet worden. Rund 7000 weitere seien verletzt worden, berichtet die UNO-Mission in Afghanistan. Insgesamt seien damit bereits das sechste Jahr in Folge mehr als 10'000 Personen zu Gewaltopfern geworden.

Farbwechsel der britischen Pässe

Britische Bürgerinnen und Bürger erhalten ab März wieder blaue Reisepässe mit dem Aufdruck "British Passport". Das neue Design ersetzt den bisherigen EU-Pass, der in fast allen Ländern einheitlich Bordeauxrot ist.

Der neue Pass werde nun wieder mit der nationalen Identität verknüpft sein, sagte die britische Innenministerin Priti Patel der BBC. Britische Pässe waren bereits von 1921 bis 1988 von blauer Farbe. Danach entschied die EU, das Aussehen zu vereinheitlichen.

Die Farbe des Passes war im Brexit-Abstimmungskampf emotional diskutiert worden. Die bordeauxroten Pässe bleiben bis zum Ablaufdatum für Reisen gültig.

Kreuzfahrtschiffe als Notunterkünfte

Die chinesische Regierung hat weiteres medizinisches Fachpersonal in die Stadt Wuhan beordert um dort gegen das Corona-Virus zu arbeiten.

Damit die Ärzte, Assistenten und Pfleger untergebracht werden können, werden nun sieben Kreuzfahrtschiffe in die Stadt gebracht. Auf diesen soll es 1500 Betten für medizinisches Personal geben, berichten chinesische Staatsmedien.

Derweil zeigt sich die Weltgesundheitsorganisation besorgt über die neusten Entwicklungen. Grund sei die steigende Zahl der Infektionen ausserhalb Chinas. Laut der WHO stecken sich mehr Leute an, die nicht gereist seien und auch keine Verbindung nach China hätten.

Proteste in Algerien jähren sich

Seit einem Jahr gehen in Algerien jeden Freitag Menschen auf die Strasse, um gegen die Regierung zu protestieren. Auch gestern versammelten sich in der Hauptstadt Algier tausende Menschen. Sie riefen «wir werden nicht aufhören».

Am 22. Februar 2019 waren zahlreiche Algerierinnen und Algerier erstmals auf die Strasse gegangen. Sie demonstrierten gegen eine fünfte Amtszeit des damaligen Präsidenten Abdelaziz Bouteflika. Dieser trat später zurück.

Sein Nachfolger Abdelmadjid Tebboune wurde im Dezember gewählt. Er gilt jedoch als enger Vertrauter Bouteflikas. Die Protestbewegung hatte den Wahlgang boykottiert.

Erster Reaktor stillgelegt

Im französischen Atomkraftwerk Fessenheim, rund 40 Kilometer nördlich von Basel, ist der erste der beiden Reaktoren planmässig abgeschaltet worden. Laut dem Betreiber EDF wurde Reaktor 1 gegen 2 Uhr morgens vom Netz genommen.

Ende Juni soll dann auch der zweite Reaktor des Werkes abgeschaltet werden. Der Rückbau des Atomkraftwerks könnte bis 2040 dauern.

Bevölkerung und Politik in der Region Basel und auch im deutschen Bundesland Baden-Württemberg hatten seit Jahren gegen den Betrieb des ältesten Atomkraftwerks in Frankreich protestiert.