Greenpeace muss Abstand halten

Greenpeace demonstrierte immer wieder bei Atommüll-Transporten.
Keystone/Archiv Greenpeace demonstrierte immer wieder bei Atommüll-Transporten.

Aktivisten der Umweltschutzorganisation Greenpeace müssen sich vorerst von bestimmten Atommüll-Transporten in Frankreich fernhalten. Das hat ein Gericht in Paris entschieden.

Es handelt sich um die Transporte zweier Tochtergesellschaften des französischen Atomkonzerns Orano. Die Aktivisten müssten mindestens 250 Meter Abstand zu den Behältern mit dem Atommüll halten, so das Gericht. Das Verbot gelte bis am 25. September.

Greenpeace France wolle Berufung gegen diesen Entscheid einlegen, schreibt die Organisation in einer Mitteilung. Umweltaktivisten verschiedener Organisationen demonstrieren immer wieder mit Aktionen bei Atommüll-Transporten.

Kosovos Regierungschef tritt zurück

Ramush Haradinaj wurde 2017 Premierminister.
Reuters/Archiv Ramush Haradinaj wurde 2017 Premierminister.

Der Regierungschef Kosovos, Ramush   Haradinaj, tritt zurück. Grund sei, dass er nächste Woche in Den Haag als Verdächtigter vor einem Tribunal aussagen soll, das Menschenrechtsverletzungen während des Kosovo-Krieges Ende der 90er-Jahre untersucht.

Er wolle nicht als Regierungschef bei dieser Befragung auftreten, sondern als Privatperson, begründete Haradinaj  seinen Rücktritt.

Haradinaj wurde immer wieder vorgeworfen, er sei als Kommandant der Kosovo-Rebellenarmee an Verbrechen an der serbischen Zivilbevölkerung beteiligt gewesen. Das Uno-Tribunal in Den Haag sprach ihn zweimal frei. Seit diesem Jahr untersucht ein weiteres Tribunal.

Erdbeben erschüttert Athen

In der griechischen Hauptstadt Athen hat es ein Erdbeben gegeben. Tausende Menschen seien auf die Strassen gerannt, erzählten Augenzeugen. Der Zivilschutz versuche, Informationen über die Lage zu sammeln, berichtete öffentlich-rechtliche Radio ERT.

Es habe keine schweren Fälle von Verletzten gegeben, sagte ein Regierungssprecher. Auch gebe es keine grossen Schäden. In einigen Gebieten ist gemäss Radio der Strom ausgefallen, zum Teil sei das Telefonnetz zusammengebrochen.

Das Beben hatte laut der europäische Erdbebenwarte eine Stärke von 5,1. Das Epizentrum lag demnach 22 Kilometer nordwestlich von Athen.

Gericht lehnt Estonia-Schadenersatz ab

Es war das grösste Schiffsunglück in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg.
Keystone/Archiv Es war das grösste Schiffsunglück in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg.

Fast 25 Jahre nach dem Untergang der Fähre «Estonia» in der Ostsee hat ein Gericht in Frankreich Schadenersatzansprüche von Überlebenden und Angehörigen der Opfer abgewiesen.

Über 1100 Klagende forderten rund 40 Millionen Euro vom Erbauer der «Estonia», der deutschen Meyer-Werft und dem französischen Büro Veritas, welches das Schiff als seetüchtig befand. Das Gericht in der Stadt Nanterre wies die Forderung ab, mit der Begründung keine der beiden Firmen habe vorsätzlich Fehler begangen.

Die Fähre «Estonia» sank in der Nacht auf den 28. September 1994. 852 Menschen starben. 137 Personen überlebten das Schiffsunglück.

Aktivisten suchen Zuflucht

Nach den Demonstrationen und den Ausschreitungen in Hongkong sind mehrere Aktivisten nach Taiwan geflohen, um einer möglichen Strafverfolgung zu entkommen. Die taiwanesische Präsidentin Tsa Ing-wen sicherte ihnen nun laut Medienberichten eine angemessene Behandlung «aus humanitären Gründen» zu.

Zwischen einem Dutzend und rund 30 Aktivisten könnten sich laut Medienberichten in das demokratisch regierte Taiwan abgesetzt haben. Einige könnten politisches Asyl beantragen, andere vorerst nur Zuflucht suchen.

In Hongkong drohen ihnen möglicherweise Haftstrafen. Unter anderem, weil einige von ihnen am 1. Juli das Parlament gestürmt haben sollen. 

Widerstand gegen Hitler gewürdigt

Der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat an das gescheiterte Attentat auf Adolf Hitler erinnert, das sich am Samstag zum 75. Mal jährt.

Er würdigte in einer Video-Botschaft den Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime. Es habe zu wenig Widerstand gegeben, sagte Steinmeier. Aber es habe Mutige gegeben, welche die Mitmenschlichkeit bewahrt hätten.

Am 20. Juli 1944 hatte Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg versucht, Hitler mit einer Bombe zu töten. Der Umsturzversuch deutscher Offiziere scheiterte und Hitler überlebte leicht verletzt. Stauffenberg und seine Mitverschwörer wurden hingerichtet.

Mitschuld an Morden von Srebrenica

Die Niederlande sind für die Ermordung von rund 350 bosnischen Muslimen nur begrenzt haftbar. Das hat das Oberste Gericht der Niederlande entschieden. 

Beim Völkermord von Srebrenica im Jahr 1995 hätten niederländische Blauhelme die Muslime aus ihrem UNO-Lager abtransportiert. Die Soldaten hätten wissen müssen, dass die Muslime von den Serben misshandelt oder getötet werden sollten. Dennoch schätzt das Gericht deren Überlebenschance als gering ein. Gegen die Übermacht der Serben hätten die Blauhelme nichts ausrichten können. 

Unter Anweisung des früheren Serbenführers Radovan Karatic und des serbischen Ex-General Ratko Mladic wurden 8000 bosnisch-muslimische Männer ermordet.

Kindersterblichkeit seit 1997 halbiert

Die Kindersterblichkeit in der EU hat sich innert zwanzig Jahren fast halbiert.

Das zeigen Zahlen der europäischen Statistikbehörde Eurostat für die Jahre 1997 bis 2017. 1997 wurde noch eine Kindersterblichkeitsrate von 6,8 verzeichnet. Das heisst, in der EU starben damals pro 1000 Lebendgeburten im Schnitt 6,8 Kinder vor ihrem ersten Geburtstag. 2017 lag die EU-Rate noch bei 3,6. Die Schweiz lag mit einer Rate von 3,5 leicht unter dem EU-Schnitt.

Am höchsten war zuletzt die Kindersterblichkeit in der EU in Rumänien und Malta, am niedrigsten in Finnland und Zypern.