Protestmarsch in Frankreich

Aus Protest gegen die angekündigten Sparpläne des Autoherstellers Renault haben im Norden Frankreichs Tausende Menschen demonstriert.

Französische Medien berichteten von einem sechs Kilometer langen Protestmarsch, der zu einer Renault-Fabrik in Maubeuge führte.

Renault hatte am Freitag angekündigt, dass weltweit rund 15'000 Stellen abgebaut werden sollen, um Kosten zu sparen. Demnach würden in Frankreich bis zu 4600 Stellen wegfallen, und mindestens ein Autowerk soll geschlossen werden. Renault begründete den Abbau unter anderem mit zusätzlichen Verlusten, weil in der Corona-Krise weniger Autos verkauft würden.

Demonstrationen in mehreren US-Städten

Die Proteste in Minneapolis dauern an.
Keystone-SDA Die Proteste in Minneapolis dauern an.

Die Proteste gegen Polizeigewalt setzen sich in den USA fort, nach der Tötung eines schwarzen US-Amerikaners bei einem Polizei-Einsatz in Minneapolis.

Neben Minneapolis gingen etwa auch in New York, Los Angeles und Houston Menschen auf die Strasse. Bei den Protesten in Detroit wurde laut Polizeiangaben eine Person durch Schüsse getötet. In Oakland in Kalifornien wurde laut US-Medienberichten ein Sicherheitsbeamter erschossen.

Unterdessen ist einer der Polizisten angeklagt worden, der am Montag am tödlichen Einsatz in Minneapolis beteiligt war. Ihm wird die Tötung des Afroamerikaners vorgeworfen.

EU fordert USA zum Verbleib in WHO auf

Die EU fordert die USA auf, den Bruch mit der Weltgesundheitsorganisation WHO zu überdenken.

Im Kampf gegen das Coronavirus würden nur weltweite Zusammenarbeit und Solidarität helfen, heisst es in einer gemeinsamen Erklärung von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und dem EU-Aussenbeauftragten Josep Borrell.

Gestern gab US-Präsident Donald Trump bekannt, die USA würden die Zusammenarbeit mit der WHO beenden. Er wirft der UNO-Organisation unter anderem vor, sie sei von China kontrolliert und habe falsch auf die Corona-Pandemie reagiert.

Ausgangssperre in Portland wegen Demos

Auch in Portland kam es zu Ausschreitungen.
Key Auch in Portland kam es zu Ausschreitungen.

Quer durch die USA protestieren Tausende teils gewaltsam gegen Rassismus und Polizeigewalt. Nun hat auch die Stadt Portland im Bundesstaat Oregon eine nächtliche Ausgangssperre verhängt.

Entsprechende Verbote gelten auch in den Städten Minneapolis und St. Paul im Bundesstaat Minnesota. Minnesota hat zusätzliche 1000 Personen der Nationalgarde aufgeboten, um die Menschen zu schützen. Die Nationalgarde twitterte, es handle sich um den grössten Einsatz in ihrer 164-jährigen Geschichte.

Auslöser für die Proteste ist der Tod eines Schwarzen US-Amerikaners bei einem Polizei-Einsatz. Ein weisser Polizist kniete fast neun Minuten lang auf seinem Nacken.

Iran-Sanktionierung wird bedauert

Deutschland, Frankreich und Grossbritannien bedauern, dass sie bei bestimmten Projekten an iranischen Atomanlagen nicht mehr mit Iran zusammenarbeiten dürfen.

Diese europäische Mitarbeit sei eine Art Rückversicherung gewesen, damit die Atomaktivitäten Irans ausschliesslich friedlichen Charakter hätten, schreiben die Länder in einer gemeinsamen Erklärung.

Deutschland, Frankreich und Grossbritannien durften dank Ausnahmegenehmigungen der USA bei bestimmten Projekten mit Iran trotz US-Sanktionen zusammenarbeiten. Die USA hatten Mitte Woche jedoch erklärt, die Ausnahmegenehmigungen würden nicht mehr gelten.

Familie will unabhängige Untersuchung

Nach der Tötung eines schwarzen US-Amerikaners will die Familie des Opfers laut einem Bericht des Fernsehsenders ABC eine eigene, unabhängige Untersuchung in Auftrag geben, nachdem Anwälte der Familie die ersten Ergebnisse der behördlichen Obduktion in Zweifel gezogen hatten.

Dort heisst es, das Opfer sei nach vorläufigen Erkenntnissen nicht erstickt.

Die beiden Anwälte der Familie des Opfers sagten zum Obduktionsergebnis, man habe bereits in anderen Fällen gesehen, dass Menschen, die mit den Behörden zusammenarbeiteten, Dinge präsentierten, die eine «Illusion» seien.

Lockerungen in England zu früh?

Vor den Lockerungen der Corona-Massnahmen in England warnen Berater der britischen Regierung vor diesem Schritt.

Ab Montag dürfen sich wieder mehr als zwei Personen im Freien treffen, zudem werden die Primarschulen teilweise wieder geöffnet. Dazu sei es zu früh, da das Coronavirus sich noch zu schnell verbreite, teilen drei britische Regierungsberater mit. Sie haben Details eines Treffens der wissenschaftlichen Beratungsgruppe veröffentlicht.

Die Wissenschaftler gehen von täglich 8000 Neuinfektionen in England aus, ohne die Fälle in Pflegeheimen oder Spitälern zu berücksichtigen. Die britische Regierung geht derzeit von rund 1000 Neuansteckungen pro Tag aus.

Hongkongs Regierung kritisiert USA

Die Regierung in Hongkong hat die USA kritisiert, nachdem die US-Regierung angekündigt hatte, die vorteilhafte Behandlung Hongkongs zu beenden.

Die Chefin des Justizdepartements von Hongkong, Teresa Cheng, bezeichnete die Ankündigung der USA als nicht akzeptabel. Die Einführung eines nationalen Sicherheitsgesetzes bedeute nicht das Ende der weitgehenden Autonomie Hongkongs von China. Die nationale Sicherheit sei auch in jedem anderen Land der Welt eine Angelegenheit der zentralen Regierung.

US-Präsident Donald Trump hatte Chinas Regierung Wortbruch vorgeworfen und gesagt, die USA würden Hongkong nicht mehr länger bevorzugt behandeln.