Trauer um "Manuskripte"-Herausgeber

Alfred Kolleritsch wurde 89 Jahre alt.
Key/Archiv Alfred Kolleritsch wurde 89 Jahre alt.

Der österreichische Dichter und Herausgeber der Literaturzeitschrift "Manuskripte", Alfred Kolleritsch, ist im Alter von 89 Jahren gestorben.

Die Zeitschrift hatte den Tod am Freitagabend auf Twitter bekanntgegeben: "Unser geliebter Alfred Kolleritsch ist heute gestorben. Wir sind sprachlos vor Traurigkeit."

Kolleritsch, ein promovierter Philosoph, arbeitete zeitweise als Gymnasiallehrer und schrieb selbst Lyrik und Romane. Doch trat sein eigenes Werk mit seiner Arbeit für die Zeitschrift in den Hintergrund. Sie gilt als wichtiges Forum der experimentellen, sprachkritischen österreichischen Literatur.

Klavier-Marathon als Corona-Demo

Igor Levit will auf die Notlage der Musiker aufmerksam machen.
Key/Archiv Igor Levit will auf die Notlage der Musiker aufmerksam machen.

Der Pianist Igor Levit hat am Samstag einen Klavier-Marathon gestartet und will bis zum späten Sonntagmorgen rund 20 Stunden ununterbrochen am Flügel spielen.

Um Punkt 14.00 Uhr setzte sich Levit in einem Berliner Studio an den Flügel und begann mit Eric Saties Werk «Vexations» (etwa Quälereien). Das Werk passt auf eine Notenseite, hat aber 840 Wiederholungen. Mit seiner Aufführung wolle er auf die Notlage der Musiker angesichts der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie aufmerksam machen, hatte Levit zuvor erklärt.

Das Konzert wird über mehrere Kanäle gestreamt, auch über Levits Twitter- und Instagram-Accounts.

Ex-Kiss-Gitarrist Bob Kulik gestorben

Der US-Gitarrist und Produzent Bob Kulick, der mit Bands und Künstlern wie Kiss, Meat Loaf, Lou Reed und Diana Ross zusammenarbeitete, ist tot.

Der Musiker Bruce Kulick gab den Tod seines älteren Bruders am Freitag auf Twitter bekannt. Bob Kulick wurde 70 Jahre alt. Die Rockband Kiss kondolierte den Angehörigen auf Twitter «mit gebrochenem Herzen». Kulick wirkte unter anderem an Alben wie «Killers» (Kiss), Coney Island Baby (Lou Reed), «Bad Attitude» (Meat Loaf) und «Mirror Mirror» (Diana Ross) mit.

Er produzierte auch die Motörhead-Single «Whiplash», die der Heavy-Metall-Band 2005 einen Grammy einbrachte.  

Polnischer Dichter Jerzy Pilch ist tot

Der polnische Schriftsteller Jerzy Pilch ist am Freitag in Kielce im Alter von 67 Jahren gestorben.

Das bestätigten seine Frau und auch das Museum für Literatur in Warschau. Der zeitgenössische Schriftsteller hat Romane, aber auch Theaterstücke geschrieben. Zu seinen bekanntesten Werken zählen «Mein erster Selbstmord», «Zum starken Engel» und «Tausend stille Städte». Pilch arbeitet auch als Kolumnist polnischer Tageszeitungen.

Für sein Werk «Zum starken Engel», eine überwiegend autobiografische Darstellung seines Kampfes gegen den Alkoholismus, wurde Pilch mit dem Nike-Literaturpreis, der wichtigsten literarischen Auszeichnung Polens, geehrt. 

Louvre öffnet am 6. Juli wieder

Der Louvre in Paris öffnet anfangs Juli seien Türen.
Keystone Der Louvre in Paris öffnet anfangs Juli seien Türen.

Der Louvre in Paris kann nach der Corona-Zwangspause ab dem 6. Juli wieder besichtigt werden. Man arbeite an der Wiedereröffnung des Museums, verkündete die Einrichtung am Freitag.

Zudem hofft die Museumsdirektion, dass bald auch andere Europäer den Weg zurück ins Museum finden. Die Wiedereröffnung unterliegt strengen Sicherheitsvorkehrungen, zu denen auch das Tragen eines Mund- und Nasenschutzes gehört.

Der Pariser Louvre ist das meistbesuchte Museum der Welt. 2019 gingen gemäss eigenen Angaben 9,6 Millionen Menschen in das Museum, das unter anderem die Venus von Milo oder Leonardo da Vincis Gemälde Mona Lisa beherbergt.

Ö: Quarantäne für Bücher

Bücher werden in Wien mit Zeit anstatt mit Chemie «desinfiziert».
Reuters Bücher werden in Wien mit Zeit anstatt mit Chemie «desinfiziert».

Bücher, die in der österreichischen Nationalbibliothek in Wien ausgeliehen worden sind, kommen nach dem Gebrauch für mindestens 24 Stunden in einen geschlossenen Raum in Corona-Quarantäne. Dies betreffe alle Bücher, egal ob sie in Lesesälen benützt oder ausser Haus entlehnt wurden.

«Zeit ist für Papiere oder Einbände ein hervorragendes Desinfektionsmittel und aus konservatorischer Sicht chemischen Behandlungen vorzuziehen», teilte die Bibliothek am Freitag mit.

Die österreichische Nationalbibliothek öffnet am Tag nach Pfingsten wieder ihre Lesesäle.

Pianist Igor Levit spielt «Vexations»

20 Stunden am Klavier: Der Pianist Igor Levit will von diesem Samstag an bis etwa Sonntagmittag ununterbrochen am Flügel spielen. Mit Erik Saties Werk «Vexations» (etwa: Quälereien) wolle er auf die Notlage der Musiker angesichts der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie aufmerksam machen, sagte Levit der Deutschen Presse-Agentur.

Das Konzert wird ab 14 Uhr aus einem Studio in Berlin über mehrere Kanäle gestreamt, auch über Levits Twitter- und Instagram-Accounts.

Satie, der zwischen 1866 1925 lebte, hat das Werk Ende des 19. Jahrhunderts komponiert. Es passt auf eine Notenseite und fordert 840 Wiederholungen.

«We Are One»: Virtuelles Filmfestival

Zahlreiche wegen der Corona-Pandemie abgesagte Filmfestivals präsentieren nun gemeinsam ein virtuelles Filmfestival. Bei «We Are One» sollen ab diesem Freitag zehn Tage lang mehr als 100 Filme kostenlos via Youtube zu sehen sein, teilten die Veranstalter mit.

Organisiert wurde der Online-Event von den Organisatoren des New Yorker Tribeca-Filmfestivals mit Unterstützung der Festivals unter anderem in Cannes, Toronto, London, Rotterdam, Jerusalem, Locarno, San Sebastian, Tokio sowie der Berlinale.

Auf dem Programm steht beispielsweise der Dokumentarfilm «Ricky Powell: The Individualist» über den gleichnamigen Fotografen.