Wenn die Bürokratie die Kunst erstickt

Monatelange Tourneen, aber auch Gastauftritte und Festival-Teilnahmen sind für Künstlerinnen und Künstler nach dem Brexit schwieriger geworden.

Um sich länger in der EU aufzuhalten und dort zu arbeiten, sind für Briten nun spezielle Erlaubnisse notwendig und umgekehrt. Das gilt sogar für das musikalische Equipment und bedeutet insgesamt bürokratischen und finanziellen Aufwand. Die Briten und die EU schieben sich gegenseitig die Schuld dafür in die Schuhe, keine grosszügigeren Regeln gefunden zu haben.

In einer Petition fordern britische Musikerinnen und Musiker eine Einigung.

Pianist kritisiert Brexit-Regeln

Der britische Pianist Julius Drake hat die neuen Brexit-Visaregeln für Kunstschaffende als Alptraumszenario kritisiert.

«Wenn man nicht reisen kann, stirbt die internationale Karriere», sagte Drake der Deutschen Presse-Agentur. «Niemand kann seinen Lebensunterhalt nur in Grossbritannien verdienen.» Es gebe zu wenige Auftrittsmöglichkeiten.

Und auch der britischen Kulturlandschaft drohe ein Einbruch. «Ich kann mir keine Welt vorstellen, in der in Grossbritannien nur britische Künstler zu sehen sind», sagte Drake. «Wenn in London nicht die besten Talente aus dem Ausland auftreten können, wird London musikalisch verarmen.»

Bong Joon Ho leitet Venedig-Jury

Der südkoreanische Regisseur Bong Joon Ho wird im September die Jury des Filmfests von Venedig leiten. Dies gaben die Organisatoren der Kinofestspiele in der italienischen Lagunenstadt bekannt.

Der 51-jährige Filmemacher sei begeistert über die Anfrage und habe zugestimmt, heisst es in der Mitteilung weiter.

Bong Joon Ho selbst räumte zuletzt zahlreiche Preise für seine Gesellschaftssatire «Parasite» ab. Mit dem Film gewann der Südkoreaner unter anderem vier Oscars. Venedigs Filmfestival-Direktor Alberto Barbera bezeichnet Bong Joon Ho als «eine der ehrlichsten und originellsten Stimmen des Weltkinos».

Batman-Comic für 2,2 Mio. versteigert

2,2 Mio Dollar: Weltrekord bei Auktion für ein Batman-Comic
Heritage Auctions (Auktionshaus) 2,2 Mio Dollar: Weltrekord bei Auktion für ein Batman-Comic

Ein Batman-Comic-Heft aus dem Jahr 1940 ist in den USA für über 2,2 Millionen US-Dollar versteigert worden. Das sei ein weltweiter Auktionsrekord für ein Batman-Heft, teilte das Auktionshaus mit. Das Originalheft kostete 1940 zehn Cent.

Schon vor der geplanten Live-Auktion brach das begehrte Comic-Heft den weltweiten Auktionsrekord für einen Batman-Comic: Jemand bot am 9. Januar bereits 1,53 Millionen US-Dollar per Voranmeldung. Dieser Betrag wurde nun an der Live-Auktion nochmals überboten.

Auf dem Cover des Comics fliegen Batman und sein junger Begleiter Robin vor einem gelben Hintergrund und der roten Skyline von Gotham City.

Magier Siegfried Fischbacher gestorben

Acht Monate nach dem Tod von Roy Horn ist auch Siegfried Fischbacher vom Magier-Duo «Siegfried & Roy» gestorben. Dies bestätigte dessen Schwester gegenüber der Nachrichtenagentur DPA.

Der 81-Jährige Siegfried Fischbacher erlag demnach einem schweren Krebsleiden. Er sei in seinem Haus in Las Vegas verstorben, erklärte seine Schwester.

«Siegfried & Roy» waren weltbekannt für ihre Auftritte mit weissen Tigern. Die Karriere des Duos endete im Oktober 2003 als ein Tiger Roy Horn bei einer Vorstellung schwer verletzte. Horn starb im vergangenen Mai an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung.

Pro Helvetia unterstützt Architektur

Die Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia fördert 21 Architektur-Projekte mit insgesamt 350'000 Franken. Dies im Rahmen der ausserordentlichen Ausschreibung «Architecture Matters».

Die 21 Projekte sind laut Mitteilung aus 150 Bewerbungen ausgewählt worden. Alle behandelten Themen wie Ökologie, Nachhaltigkeit oder Gleichstellung der Geschlechter. Die Qualität zeuge von einem «Bewusstsein für zeitrelevante Fragestellungen innerhalb der Schweizer Kulturszene», sagt die Abteilungsleiterin Visuelle Künste der Pro Helvetia.

Die Ausschreibung «Architecture Matters» ist eine Reaktion auf die coronabedingte Verschiebung der Architekturbiennale von Venedig.

Grand Prix Literatur an Frédéric Pajak

Frédéric Pajak am internationalen Literaturfestival 2016 in Leukerbad.
KEY Frédéric Pajak am internationalen Literaturfestival 2016 in Leukerbad.

Der französisch-schweizerische Autor Frédéric Pajak erhält für sein Gesamtwerk den Grand Prix Literatur 2021.

In seinen zahlreichen Büchern verbinde Pajak Texte und Bilder, die sich gegenseitig ergänzten, aber auch hinterfragten, schreibt das Bundesamt für Kultur zur Begründung. Der Grand Prix Literatur ist mit 40'000 Franken dotiert. Gleich hoch dotiert ist der Spezialpreis Vermittlung, der in diesem Jahr an vier Bibliotheken für Blinde, Seh- und Lesebehinderte geht.

Das Bundesamt für Kultur vergibt zudem jedes Jahr die Schweizer Literaturpreise für im vergangenen Jahr erschienene Einzelwerke. Die Preisverleihung findet am 12. Mai 2021 statt.

Patent Ochsner: SMA für Gesamtwerk

Die Berner Mundart-Band Patent Ochsner erhält für ihr Gesamtwerk den «Outstanding Achievement Award» an den Swiss Music Awards.

Das Werk von Patent Ochsner (darunter «W Nuss vo Bümpliz», «Scharlachrot» oder «Bälpmoos») zeichne sich durch grosse Vielfältigkeit und dennoch einen unverkennbaren Patent-Ochsner-Sound aus, heisst es in der Mitteilung der Swiss Music Awards. Das liege nicht zuletzt am expressiven und poetischen Berndeutsch von Frontmann Büne Huber.

Die Band zeigte sich laut Mitteilung «überrascht und überwältigt» über die Auszeichnung. «Obschon wir uns irgendwie fühlen, als würden wir noch ganz am Anfang dieser Geschichte stehen.»