Protestmarsch in Frankreich

Aus Protest gegen die angekündigten Sparpläne des Autoherstellers Renault haben im Norden Frankreichs Tausende Menschen demonstriert.

Französische Medien berichteten von einem sechs Kilometer langen Protestmarsch, der zu einer Renault-Fabrik in Maubeuge führte.

Renault hatte am Freitag angekündigt, dass weltweit rund 15'000 Stellen abgebaut werden sollen, um Kosten zu sparen. Demnach würden in Frankreich bis zu 4600 Stellen wegfallen, und mindestens ein Autowerk soll geschlossen werden. Renault begründete den Abbau unter anderem mit zusätzlichen Verlusten, weil in der Corona-Krise weniger Autos verkauft würden.

Lufthansa-Vorstand nimmt EU-Auflagen an

Die angeschlagene Lufthansa will Auflagen der EU-Kommission annehmen.
Keystone-SDA Die angeschlagene Lufthansa will Auflagen der EU-Kommission annehmen.

Die angeschlagene Lufthansa will Auflagen der EU-Kommission für das geplante Rettungspaket der deutschen Regierung annehmen. Das habe der Vorstand entschieden, erklärte der Konzern.

Zuvor hatten Brüssel und Berlin einen Kompromiss ausgehandelt, um die Staatshilfe zu ermöglichen. Demnach muss die Lufthansa auch Start- und Landerechte an den Flughäfen Frankfurt und München an Wettbewerber abgeben. Berlin will den in der Corona-Krise unter Druck geratenen Konzern mit neun Milliarden Euro stützen. Dem Unternehmen mit 138'000 Mitarbeitenden droht sonst die Insolvenz.

Nun müssen noch Hauptversammlung, Aufsichtsrat und EU zustimmen.

KOF-Konjunkturbarometer auf Tiefstand

Die Schweizer Wirtschaft befindet sich in einer Rezession. Das Barometer der Konjunkturforschungstelle KOF der ETH Zürich sank im Mai auf einen neuen historischen Tiefstand von 53,2 Punkten. Damit hat sich der Wert seit Jahresbeginn nahezu halbiert.

Die KOF schreibt, im April hätten noch alle Indikatorengruppen das Barometer nach unten gezogen. Im Mai hingegen hätten sich einzelne Gruppen wieder positiv ausgewirkt, etwa der private Konsum und das Baugewerbe.

Das KOF-Konjunkturbarometer ist ein Frühindikator für die Entwicklung der Schweizer Wirtschaft.                

Renault will fast 15'000 Jobs streichen

Der französische Autohersteller Renault will in den nächsten drei Jahren weltweit fast 15'000 Stellen abbauen. Der Stellenabbau erfolge im Rahmen eines Sparprogramms im Umfang von mehr als zwei Milliarden Euro, teilt Renault mit.

Der Autokonzern war finanziell bereits im vergangenen Jahr in Bedrängnis geraten und leidet nun zusätzlich wegen der Corona-Krise.

Renault hat in Frankreich einen staatlich garantierten Kredit von fünf Milliarden Euro ausgehandelt. Dieser muss vom Wirtschaftsministerium noch genehmigt werden.

Corona-Schulden ausgliedern

Der Präsident des Wirtschaftsdachverbands Economiesuisse, Heinz Karrer, schlägt vor, die Corona-Schulden aus dem normalen Bundeshaushalt auszugliedern.

Im Interview mit Tamedia-Zeitungen rät er zu einem Schuldenabbau über 30 Jahre. Finanzieren liesse sich dieser Abbau laut Karrer durch Kreditreserven im Bundesbudget und durch ausserordentliche Einnahmen sowie durch die Gewinnausschüttungen der Schweizerischen Nationalbank. Die Corona-Schulden werden auf 30 bis 50 Milliarden Franken geschätzt.

Die Schweizer Wirtschaft leidet laut Karrer enorm unter den Folgen des Corona-Stillstands.

Miese Industriezahlen in Japan

Japans Industrie gerät ins Flattern.
Keystone-SDA Japans Industrie gerät ins Flattern.

Die Industrieproduktion in Japan ist im April im Zug der Corona-Krise auf den tiefsten Stand seit sieben Jahren gesunken.

Wie die Regierung am Freitag auf vorläufiger Basis bekannt gab, fiel die Produktion im Vergleich zum Vormonat um 9,1 Prozent. Damit schrumpft der Aus-stoss der Nummer drei der Weltwirtschaft im nunmehr dritten Monat in Folge. Die bereits vor der Corona-Krise geschwächte Wirtschaft steckt inzwischen in einer Rezession.

Die Produktionsunternehmen rechnen für Mai mit einem weiteren Rückgang der Fertigung um 4,1 Prozent, bevor die Produktion im Juni mit geschätzt 3,9 Prozent wieder anzieht.

Berner Kantonalbank: Rating bestätigt

Stabiles Rating für die Berner Kantonalbank BEKB: Die Ratingagentur Moody's hat das Aa2-Rating für langfristige Einlagen und das A2-Rating für langfristige vorrangige unbesicherte Verbindlichkeiten der BEKB bestätigt. Das Rating widerspiegle die Finanzkraft im Wirtschaftsumfeld der Corona-Krise.

Bierabsatz bricht ein

Im April wurde in Deutschland weniger Bier gezapft.
Keystone-SDA Im April wurde in Deutschland weniger Bier gezapft.

Geschlossene Biergärten, leere Fussballstadien und abgesagte Volksfeste haben den Bierabsatz in Deutschland einbrechen lassen.

Im April dieses Jahres verkauften die deutschen Brauereien 17,3 Prozent weniger alkoholhaltiges Bier als im gleichen Monat des Vorjahres. Das geht aus den Zahlen des Statistischen Bundesamts hervor. Die ersten vier Monate des Jahres zusammengenommen wurde in Deutschland 6,2 Prozent weniger Bier verkauft.

«Für Brauer, die viel Gastronomie- und Veranstaltungsgeschäft haben, sind die Absatzverluste katastrophal», sagte der Chef des deutschen Brauer-Bundes, Holger Eichele, zur Nachrichtenagentur DPA.