Kritik von Expertinnen und Opposition

Expertinnen, Experten und Opposition haben die umfassenden Steuersenkungen der britischen Regierung scharf kritisiert.

Der konservative Finanzminister Kwasi Kwarteng «verwettet das Haus», indem er die Staatsverschuldung auf einen «nicht nachhaltigen, steigenden Pfad» bringe, betonte die Denkfabrik Institute of Fiscal Studies IFS am Samstag. Unter dem Strich würden nur Wohlhabende mit einem Jahreseinkommen von mehr als 150'000 Pfund (etwa 160'000 Franken) von der Reform profitieren.

Der Basissatz der Steuer für Einkommen von 12'500 bis 50'000 Pfund im Jahr von 20 auf 19 Prozent, der Spitzensteuersatz aber von 45 auf 40 Prozent.

David Malpass steht unter Druck

Der Weltbankpräsident steht wegen Äusserungen zur Klimapolitik unter Druck. «Wir sind mit den Äusserungen von Präsident Malpass nicht einverstanden», sagte die Sprecherin des Weissen Hauses, Karine Jean-Pierre.

Der US-amerikanische Ökonom David Malpass war am Dienstag bei einer Veranstaltung der Zeitung «New York Times» mehrfach mit dem Vorwurf konfrontiert worden, er sei ein Leugner der Klimakrise und war Nachfragen ausgewichen, ob die Verbrennung fossiler Brennstoffe zur globalen Erwärmung beitrage.

Stattdessen hatte Malpass gesagt: «Ich bin kein Wissenschaftler.» Das brachte ihm viel Kritik ein. Washington erwarte von der Weltbank mehr Verantwortung.

Berlin warnt vor Demos wegen Inflation

Die steigenden Lebenshaltungskosten und die Energiekrise bedrohen die innere Sicherheit in Deutschland. Davon geht das deutsche Bundeskriminalamt BKA aus.

Es sei mit einer ähnlichen Lage wie bei den Protesten gegen Coronamassnahmen zu rechnen, heisst es in einem internen Bericht des Bundeskriminalamts, aus dem der «Tagesspiegel» zitiert.

Das BKA rechne mit Demonstrationen und Straftaten in Deutschland, wenn ein Teil der Bevölkerung gefühlt oder tatsächlich in existenzbedrohende Situationen gerate.

CS-Aktien weiter auf Talfahrt

Die Credit Suisse hat schon länger mit Skandalen zu kämpfen, nun hat die Aktie der Grossbank einen neuen Tiefststand erreicht: Seit Donnerstag verlor die Aktie über 10 Prozent ihres Wertes.

Grund für den jüngsten Taucher dürfte ein Medienbericht in der Financial Times sein. Das Wirtschaftsblatt berichtete, dass die Credit Suisse ihre Investmentbank abspalten und auftrennen wolle.

Laut Klaus Bonanomi, Wirtschaftsredaktor von Radio SRF, würden viele Aktionärinnen und Aktionäre ihre CS-Aktien verkaufen, was den Kursverlust noch verstärke. Die Bank selber will erst Ende Oktober über die künftige Strategie informieren.

Weniger für Schweizer Volkswirtschaft

Die Schweizer Volkswirtschaft hat auch im zweiten Quartal 2022 einen hohen Leistungsbilanzüberschuss erzielt. Gemäss Schweizerischer Nationalbank SNB fiel dieser allerdings eine Milliarde tiefer als im Vorjahresquartal aus.

Von April bis Juni hat die Schweiz 11,1 Milliarden Franken mehr eingenommen als ausgegeben. Der grösste Teil stammt aus dem Warenhandel, der einen Überschuss von 16,2 Milliarden erzielte. Das ist deutlich weniger als im gleichen Zeitraum vor einem Jahr, wo er noch 27,1 Milliarden betrogen hat.

In der Leistungsbilanz werden alle Einnahmen und Ausgaben einer Volkswirtschaft erfasst. Dazu gehören etwa auch Dienstleistungen.

Boeing einigt sich mit Börsenaufsicht

Der Flugzeugbauer Boeing muss in den USA weitere 200 Millionen Dollar Busse bezahlen. Das Unternehmen habe der Zahlung zugestimmt, teilt die US-Börsenaufsicht mit. Ein Fehlverhalten habe Boeing nicht zugegeben.

Hintergrund der Busse sind die Abstürze zweier 737-Max-Maschinen in den Jahren 2018 und 2019. Fast 350 Menschen waren dabei ums Leben gekommen. Boeing hat nach Ansicht der US-Börsenaufsicht die Öffentlichkeit und Investoren über die Sicherheit des Flugzeugtyps getäuscht.

Anfang 2021 hat Boeing im selben Fall bereits mehr als zweieinhalb Milliarden Dollar bezahlt, in einem Vergleich mit dem US-Justizministerium.

Hacker entwenden Daten

Bei der Smartphone-Bank Revolut, die auch in der Schweiz Kundinnen und Kunden hat, ist es laut eigenen Angaben zu einer Cyberattacke gekommen.

Das geht aus einer Meldung des britischen Unternehmens an die Aufsichtsbehörden in Litauen hervor, wo Revolut seine Banklizenz hat. Demnach seien Daten von rund 50'000 Kundinnen und Kunden vom Hackerangriff betroffen gewesen.

Revolut hat nach eigenen Angaben global rund 20 Millionen Nutzerinnen und Nutzer, davon rund 450'000 in der Schweiz. Wegen der attraktiven Konditionen beim Währungstausch ist die Debit-Karte von Revolut etwa bei Ferienreisenden beliebt.

Notenbank in London erhöht Leitzins

Die britische Notenbank stemmt sich mit einer erneuten Zinserhöhung gegen die hohe Inflation. Der Leitzins steigt um 0,5 Prozentpunkte auf 2,25 Prozent, wie die Bank of England am Donnerstag nach ihrer Zinssitzung in London mitteilte. Es ist die mittlerweile siebte Zinserhöhung in Folge. Analysten hatten mit dem Schritt überwiegend gerechnet.