"Andere Länder müssen sich entscheiden"

Beim Entscheid Grossbritanniens gegen den chinesischen Konzern Huawei gehe es um die Rivalität zwischen den USA und China um die globale Vorherrschaft, sagt Sebastian Ramspeck, Diplomatischer Korrespondent von SRF.

Die USA haben Sanktionen gegen Huawei und Partnerfirmen erlassen. Damit wollen sie laut Ramspeck verhindern, dass sich die Welt abhängig macht von chinesischer Technik. "Mehr noch: Jeder Staat soll sich entscheiden zwischen den USA und China."

Die britische Regierung habe sich nun auf die Seite der USA gestellt. "Die meisten anderen europäischen Regierungen zögern, doch auch ihnen wird der Entscheid nicht erspart bleiben."

China reagiert auf 5G-Ausschluss in GB

Der chinesische Botschafter in Grossbritannien hat mit Enttäuschung auf den Entscheid der britischen Regierung reagiert, den chinesischen Telekom-Konzern Huawei vom Ausbau des 5G-Netzes auszuschliessen.

Es sei ein enttäuschender und falscher Entscheid, schrieb Liu Xiaoming auf Twitter. Ob Grossbritannien ausländischen Firmen weiterhin ein offenes und faires Geschäftsumfeld bieten könne, sei zweifelhaft geworden.

Grossbritannien hatte zuvor angekündigt, dass britische Mobilnetz-Betreiber vom nächsten Jahr an keine Huawei-Ausrüstung mehr kaufen dürfen. Bereits verbaute Teile sollen zudem aus dem Netz entfernt werden.

Startup-Finanzierung geht zurück

Weil die Zeiten wegen der Corona-Krise unsicher und kaum planbar sind, haben Investoren weniger Lust, Schweizer Jungunternehmen zu finanzieren.

Im ersten Halbjahr wurden 760 Mio. Franken in Startups investiert. Das waren 36 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, steht im Bericht des Newsportals Startupticker und der Investorenvereinigung Seca.

Deutlich rückläufig war bei den Schweizer Finanzierungen insbesondere der Anteil der US-Gelder, wie die Seca mitteilte. Die USA waren in den letzten 10 Jahren mit über einem Drittel der Gesamtsumme bedeutendster Investor gewesen, im 1. Halbjahr 2020 lag der Anteil der US-Investoren nur noch bei 25%.

Grossbritannien verbannt Huawei

Der britische Digitalminister Oliver Dowden im Parlament.
Keystone-SDA Der britische Digitalminister Oliver Dowden im Parlament.

Der chinesische Technologiekonzern Huawei soll beim Aufbau des 5G-Netzes in Grossbritannien keine Rolle mehr spielen dürfen. Das kündigte der britische Digitalminister Oliver Dowden an. Bis 2027 soll die bereits verbaute Huawei-Technologie aus dem britischen 5G-Netz entfernt werden. Ab Ende Jahr dürfe auch keinerlei Huawei-Ausrüstung mehr eingekauft werden.

Noch im Januar wollte Grossbritannien Huawei eine begrenzte Rolle im Aufbau der neuen 5G-Technologie einräumen.

Mit dem Ausschluss folgt Grossbritannien den Forderungen der USA. Diese werfen Huawei vor, im Auftrag Chinas zu spionieren. Huawei hat diesen Vorwurf stets zurückgewiesen.

Mehr Strom aus Sonnenenergie

In der Schweiz hat die Stromproduktion aus Sonnenenergie 2019 zugenommen. Vom gesamten Strombedarf der Schweiz habe die Solarstromproduktion 3,8% gedeckt, teilte Swissolar mit. Das sind 0,4 Prozentpunkte mehr als 2018. Im letzten Jahr seien neue Photovoltaik-Anlagen mit einer Gesamtfläche von etwa 310 Fussballfeldern gebaut worden.

Chinas Exporte legen im Juni wieder zu

Chinas Aussenhandel hat stärker als erwartet zugelegt. Die Exporte im Juni stiegen erstmals seit der Corona-Pandemie um 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Importe nach China nahmen um 2,7 Prozent zu. Eigentlich hatten Experten mit einem starken Minus der Importe wie in den Vormonaten gerechnet.

Roche investiert in Krebstherapie

Der Pharmakonzern Roche investiert weiter in Mittel gegen Krebserkrankungen. Das Basler Unternehmen zahlt 1,7 Milliarden US-Dollar für die Rechte an einer Krebstherapie des US-Unternehmens Blueprint Medicines. Gleichzeitig beteiligt sich Roche auch an der Firma.

Der neue Wirkstoff ist noch nicht zugelassen worden. Falls er die Zulassung der Gesundheitsbehörden erhält, soll er aber gegen viele Krebsarten eingesetzt werden können.

Roche ist bereits heute der weltgrösste Hersteller von Krebsmedikamenten.

Gewinn- und Umsatzrückgang

Die Corona-Krise hat auch beim Uhrenkonzern Swatch ihre Spuren hinterlassen. Der Umsatz ging im ersten Halbjahr 2020 um 43,4 Prozent auf 2,2 Milliarden Franken zurück, wie Swatch mitteilte. Gleichzeitig habe Swatch einen Verlust von 308 Millionen Franken verbucht, nach einem Gewinn von 415 Millionen in der Vorjahresperiode.

Swatch spricht von einem «massiven Einbruch», weil zeitweise bis zu 80 Prozent der Verkaufskanäle weltweit geschlossen gewesen seien.

Das Unternehmen rechnet mit einem starken zweiten Halbjahr und einem positiven Betriebsergebnis für das Gesamtjahr.