Opec und Russland verschieben Konferenz

Die Organisation erdölexportierender Länder Opec und Russland haben ein für Montag geplantes Treffen verschoben. Die Videokonferenz soll am 9. April stattfinden, wie Opec-Vertreter mitteilten. Zuvor hatte US-Präsident Trump Saudi-Arabien und Russland aufgefordert, Massnahmen gegen den Verfall des Ölpreises zu treffen und mit Zöllen auf Ölimporten aus diesen Staaten gedroht.

Weil wegen der Corona-Pandemie die Nachfrage nach Erdöl um rund 40 Prozent eingebrochen ist, sind die Ölpreise in diesem Jahr um rund zwei Drittel gesunken.

Beim Treffen soll es um eine Drosselung der Fördermenge um rund 10 Millionen Barrel pro Tag gehen.

Delta Airlines: 90 Prozent Umsatzminus

Die US-Fluggesellschaft Delta Air Lines rechnet wegen der Corona-Krise mit einem Umsatzrückgang um 90 Prozent im zweiten Quartal.

Konzernchef Ed Bastian bereitete die Mitarbeiter am Freitag in einem Memo auf harte Zeiten vor: Delta verliere derzeit jeden Tag mehr als 60 Mio. Dollar, doch die Situation dürfte sich weiter verschlimmern. «Die Realität ist, dass wir einfach nicht wissen, wie lange es dauert, bis Kunden wieder bereit sind zu fliegen.» Am Samstag habe Delta rund 38'000 Passagiere gehabt, normalerweise seien es etwa 600'000.

Die bisher beantragten US-Staatshilfen seien nicht ansatzweise ausreichend, so Bastian.

Ölförderung notfalls drosseln

Vor der geplanten Besprechung der Länder der sogenannten Opec+ hat Russland seine Bereitschaft zur Zusammenarbeit erklärt.

«Wir sind bereit für Verhandlungen mit unseren Partnern im Rahmen der Opec+ und für eine Zusammenarbeit mit den USA in dieser Frage», sagte Kremlchef Wladimir Putin. «Nach vorläufigen Schätzungen denke ich, dass es dabei um eine Reduzierung im Volumen von etwa zehn Millionen Barrel (je 159 Liter) pro Tag gehen kann», sagte Russlands Präsident. Es sei notwendig, alle Anstrengungen zu bündeln, um den Markt auszugleichen und die Ölproduktion zu reduzieren.

Die Minister der Opec+-Staaten wollen am Montag über die Lage beraten.

Berlin rügt Verhalten von Banken

Deutschlands Wirtschaftsminister kritisiert das Verhalten von Banken in der Corona-Krise.

Die Institute würden in Not geratenen Firmen trotz des von Berlin aufgelegten Kreditprogramms Finanzhilfen verweigern, sagte Peter Altmaier gegenüber «Bild». Man habe «ein umfangreiches Kreditprogramm gestrickt, das den Unternehmern helfen soll». Und da kriege man «Rückmeldungen, dass das von Hausbank zu Hausbank unterschiedlich angewendet wird».

Es gebe Banken «die sagen: Wir geben dir keinen Kredit, denn wir wissen ja gar nicht, wie lange die Corona-Krise dauert», sagte er. Dabei sei es das Ziel, diese Zeit zu überbrücken.

Gehören Blumen zur Grundversorgung?

Blumen sollen zur Grundversorgung zählen und deshalb trotz der Corona-Notstandsmassnahmen wieder verkauft werden dürfen.

Das fordert eine Petition, die am Freitag dem Bundesrat übergeben wurde. 25'000 Personen haben sie unterschrieben. Lanciert wurde die Petition vom Zürcher Blumenproduzenten Stefan Isler. Die aktuelle Krise sei eine psychische Belastung für die Bevölkerung. Blumen seien ein einfaches Mittel, um seelische Blessuren zu lindern.

Der Bundesrat ordnete am 16. März die Schliessung aller Einkaufsläden an. Davon ausgenommen sind lediglich Lebensmittelläden und Läden, die andere Dinge des alltäglichen Bedarfs anbieten.

Weiter mehr Einschränkungen im Tessin

Der Kanton Tessin darf seine Wirtschaft wegen der Pandemie weiterhin stärker einschränken als es das Bundesrecht vorsieht.

Der Bundesrat hat den Kanton ermächtigt, diese Beschränkungen bis am 13. April zu verlängern. Das entschied der Bundesrat aufgrund der epidemiologischen Situation. Im Tessin wurden bis am Freitag 2377 Personen positiv getestet. Bisher 155 Menschen kamen im Zusammenhang mit Covid-19 ums Leben.

Zunächst hatte die Ermächtigung bis am kommenden Sonntag gegolten. Der Kanton Tessin hatte in Eigenregie Massnahmen getroffen, die über Bundesrecht hinausgingen. Er schloss beispielsweise Baustellen und Betriebe.

China-Produktion ausgelastet

Der Schweizer Lift- und Rolltreppenbauer Schindler hat seine Produktion in China wieder hochgefahren. Die Auslastung der Fabriken liege bei 100 Prozent, sagte Unternehmenschef Thomas Oetterli der «Neuen Zürcher Zeitung».

Auch bei der Beschaffung der Komponenten gibt es laut Oetterli keine Engpässe mehr. Man habe Zulieferfirmen jedoch mit Anschubfinanzierungen und Vorauszahlungen unterstützt. Zudem könnten Kunden die Rechnungen später zahlen.

Bauprojekte in China seien zwar verzögert, aber wegen Corona nicht gestrichen worden. China sei der erste Markt, der nach der Corona-Krise wieder zurückkomme, und er boome, so Oetterli weiter.

Kontingente für Versandhäuser

Die Post will die derzeitige Paketflut eindämmen. Sie kündigte den 100 grössten Paketauftraggebern Kontingente an. Ansonsten sei die Paketzustellung nicht mehr zu bewältigen.

Laut dem Verband des Schweizerischen Versandhandels sind damit die schlimmsten Befürchtungen eingetroffen. Es brauche Massnahmen, damit die Konsumentinnen und Konsumenten weiterhin zuverlässig versorgt würden.

Unter anderem schlägt der Verband vor, dass auch Sonntags- und Feiertagszustellungen erlaubt werden und der Fokus auf das Inlandgeschäft gelegt wird. Auch wird die Aufhebung der Non-Food-Sperren in den Läden als Teil der Lösung verlangt.